Schimmel im Neubau

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Ursachen, Risiken und was Sie tun sollten

Schimmel im Neubau tritt häufiger auf, als viele denken. Dieser Beitrag erklärt typische Ursachen wie Restfeuchte, unzureichende Lüftung und Baufehler und zeigt, wie Sie frühzeitig gegensteuern können.

Schimmel im Neubau: Ein ernstzunehmendes Problem

Viele Bauherren gehen davon aus, dass Schimmelbefall vor allem ein Thema bei älteren, unsanierten Gebäuden ist.

Doch leider zeigt die Praxis: Auch im Neubau kann es bereits kurz nach Fertigstellung zu ersten Anzeichen von Schimmel kommen. Manchmal sogar noch vor dem Einzug. Und das ist kein Einzelfall. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber fast immer auf Fehler in der Bauausführung, unzureichenden Feuchteschutz oder ein mangelhaftes Austrocknungsmanagement zurückzuführen.

Woher kommt der Schimmel überhaupt?

Während der Bauphase entsteht zwangsläufig Baufeuchte sei es durch Estrich, Putz, Mörtel oder Regenwasser, das in offene Bauteile eindringt. Wenn diese Feuchtigkeit nicht ausreichend austrocknen kann, bieten die Oberflächen ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Ein besonders kritischer Zeitraum ist die sogenannte Ausbauphase: Wenn bereits Fenster eingebaut sind und die Belüftung eingeschränkt ist, kann sich die Feuchte stauen. Wird dann zu früh geheizt oder der Innenausbau fortgesetzt, ohne dass eine ausreichende Austrocknung sichergestellt ist, steigt das Risiko für Schimmelbildung erheblich.

Ein weiterer häufiger Grund sind Fehler in der Abdichtung, etwa im Bereich von erdberührten Bauteilen, bodengleichen Duschen oder Fensternischen. Schon kleine Undichtigkeiten können dazu führen, dass über Wochen oder Monate Feuchtigkeit ins Gebäude eindringt. Dies bleibt oft unbemerkt, bis erste Flecken oder Gerüche auftreten.

Welche Risiken bestehen bei Schimmel im Neubau?

Schimmel ist nicht nur ein optisches oder hygienisches Problem. Sporenbelastung in Innenräumen kann gesundheitliche Beschwerden verursachen, insbesondere bei Kindern oder empfindlichen Personen. Dazu zählen Atemwegserkrankungen, Allergien oder chronische Reizungen. Gerade deshalb sollten Sie Schimmel im Neubau keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen oder auf „natürliche Trocknung“ hoffen.

Hinzu kommt: Bereits geringfügiger Schimmelbefall kann ein Hinweis auf schwerwiegendere bauphysikalische Mängel sein wie etwa fehlerhafte Konstruktionen, unzureichende Dampfsperren oder systematische Schwächen im Feuchteschutz. Wird hier nicht fachgerecht analysiert und gehandelt, drohen Folgeschäden an der Bausubstanz und kostspielige Sanierungen.

Was tun, wenn Sie Schimmel entdecken?
Wenn Sie bereits Schimmel im Neubau bemerken z.B. als Flecken, Geruch oder durch auffällige Verfärbungen, sollten Sie schnell, aber überlegt handeln. Wichtig ist zunächst die Ursachenermittlung: Woher stammt die Feuchtigkeit? Liegt ein einmaliger Feuchteeintrag vor oder handelt es sich um ein systemisches Problem? Genau hier ist fachliche Unterstützung entscheidend.

Ein qualifizierter Bausachverständiger kann mithilfe geeigneter Messtechnik (z. B. Feuchtemessung, Infrarotkamera, Luftkeimsammlung) klären, wie tief der Schaden reicht und wie die Ursache zu bewerten ist. Erst wenn die Quelle eindeutig identifiziert ist, lässt sich eine sinnvolle Sanierung einleiten. Reine „Oberflächenlösungen“ oder chemische Sprays helfen in der Regel nicht weiter denn sie kaschieren nur das Problem und verhindern oder verzögern oft eine dauerhafte Lösung.

Warum frühzeitige Beratung durch einen Sachverständigen sinnvoll ist

Ein unabhängiger Bausachverständiger unterstützt Sie dabei, den Schimmel nicht nur oberflächlich zu behandeln, sondern strukturell zu lösen. Das bedeutet: Ursachen verstehen, Maßnahmen richtig priorisieren und die fachgerechte Sanierung begleiten. Gleichzeitig können die Befunde dokumentiert und falls notwendig gegenüber dem Bauunternehmen als Mangel geltend gemacht werden.

Insbesondere wenn die Bauabnahme noch nicht erfolgt ist, können Sie mit einem Gutachten des Sachverständigen auf eine Mängelbeseitigung drängen. Aber auch nach der Abnahme besteht im Rahmen der Gewährleistung eine Chance, Ansprüche durchzusetzen. Vorausgesetzt, Sie dokumentieren sorgfältig und handeln zeitnah.

Fazit: Früh erkennen, richtig handeln

Schimmel im Neubau ist ein Warnsignal und sollte nie ignoriert werden. Wer frühzeitig reagiert und die Ursachen professionell abklären lässt, kann größere Schäden vermeiden und die Wohnqualität langfristig sichern.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Feuchtigkeitsfleck harmlos oder ein ernstzunehmendes Zeichen ist: Holen Sie sich Rat. Ein Bausachverständiger prüft objektiv, dokumentiert fachlich und hilft Ihnen dabei, den Schimmel dauerhaft in den Griff zu bekommen bevor aus einem kleinen Fleck ein großer Sanierungsfall wird.

Tanja
Hänßler-Rott
Sachverständige für Schäden an Gebäuden
Freie Architektin M.A.

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