Feuchtigkeit im Keller

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Typische Ursachen und was Sie tun sollten

Feuchtigkeit im Keller beeinträchtigt nicht nur die Nutzung, sondern kann auch Bauschäden verursachen. Wir erläutern, worauf Sie achten sollten, welche Ursachen häufig sind und wann professionelle Hilfe sinnvoll ist.

Wenn der Keller feucht ist: Ein Problem mit vielen Ursachen
Ein trockener Keller gehört heute zum Standard – dennoch berichten viele Bauherren bereits kurz nach Fertigstellung von feuchten Wänden, modrigem Geruch oder gar ersten Schimmelstellen. Was oft als „vorübergehende Baufeuchte“ abgetan wird, kann auf ernsthafte Probleme hinweisen, die nicht von selbst verschwinden.

Feuchtigkeit im Keller ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auf bauliche Mängel oder Planungsfehler zurückzuführen sein. Um langfristige Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden, ist eine frühzeitige Ursachenklärung entscheidend.

Wie entsteht Feuchtigkeit im Keller?
Die Gründe für feuchte Keller sind vielfältig und häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. In vielen Fällen ist das Gebäude nicht ausreichend gegen erdberührte Feuchtigkeit oder Sickerwasser geschützt. Fehlerhafte oder lückenhafte Abdichtungen nach DIN 18533 oder eine mangelhafte Drainagen zählen zu den häufigsten Ursachen.

Ein weiterer häufiger Auslöser: Kondensatbildung durch Temperaturunterschiede. Gerade in den Sommermonaten, wenn warme, feuchte Außenluft auf kalte Kellerwände trifft, schlägt sich die Feuchtigkeit an den Oberflächen nieder. Dies geschied insbesondere dann, wenn die Belüftung der Kellerräume nicht sachgerecht erfolgt.

Auch Restbaufeuchte kann eine Rolle spielen: Frisch eingebrachter Estrich oder Putz gibt über Wochen hinweg Feuchtigkeit ab. Wenn der Keller in dieser Phase nicht ausreichend gelüftet und beheizt wird, steigt die Feuchte in Bauteilen und Raumluft.

Nicht zuletzt treten in der Praxis Bauschäden durch mangelhafte Ausführung wie z.B. falsch gesetzte Lichtschächte, durchdringende Rohrleitungen ohne fachgerechte Abdichtung oder schlecht angebrachte Horizontalsperren auf.

Welche Anzeichen deuten auf ein Feuchtigkeitsproblem hin?
Die typischen Symptome zeigen sich oft schleichend. Feuchte Stellen im Sockelbereich, abblätternder Putz oder Verfärbungen der Wandoberflächen sind erste Warnsignale. Auch ein modriger Geruch oder muffige Luft können ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit sein.

Wenn sich Schimmel bildet, etwa hinter Regalen, Möbeln oder in Ecken, ist schnelles Handeln gefragt. Denn was auf der Oberfläche sichtbar ist, ist oft nur ein kleiner Teil des tatsächlichen Schadens.

Warum Sie bei Feuchtigkeit im Keller nicht abwarten sollten
Viele Bauherren hoffen zunächst, dass sich das Problem „von selbst löst“. Doch das Gegenteil ist meist der Fall: Je länger die Feuchtigkeit unentdeckt oder unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko für dauerhafte Schäden etwa in Form von Schimmelbildung, Salzbelastung im Mauerwerk oder einer allmählichen Zersetzung der Baustoffe. Eine schnelle und fundierte Analyse hilft dabei, das Problem einzugrenzen und zielgerichtet zu beheben.

Wie ein Bausachverständiger Sie unterstützen kann
Ein erfahrener Bausachverständiger erkennt die typischen Schwachstellen bei feuchten Kellern. Mithilfe professioneller Messtechnik wie Feuchteindikatoren, Bohrkernproben oder Infrarotkameras kann er die Ursache fachlich fundiert eingrenzen.

Wichtig ist dabei: Nicht jede feuchte Stelle erfordert eine aufwendige Sanierung. Aber ohne eine objektive Bewertung bleibt die Entscheidung oft spekulativ und damit riskant. Der Sachverständige hilft Ihnen, Schäden richtig einzuordnen, Sanierungsvorschläge zu bewerten und bei Bedarf ein Gutachten für Gewährleistungsansprüche zu erstellen.

Fazit: Früh erkennen und gezielt handeln
Feuchtigkeit im Keller ist kein Bagatellthema. Sie kann auf schwerwiegende bauliche Mängel hinweisen und sollte frühzeitig geprüft werden. Wer schnell handelt, verhindert Folgeschäden und sichert langfristig die Funktion und den Wert der Immobilie.

Wenn Sie Feuchtigkeit oder Schimmel im Keller bemerken, ist es sinnvoll, einen unabhängigen Bausachverständigen einzuschalten. So erhalten Sie eine objektive Einschätzung der Lage und eine fachlich fundierte Grundlage für alle weiteren Schritte.

Tanja
Hänßler-Rott
Sachverständige für Schäden an Gebäuden
Freie Architektin M.A.

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